Maxime Schutz hat sich den Traum von einem eigenen Gameboy-Spiel erfüllt: In Lost Terminal macht sich der Sohn des Teufels eilig auf die Socken, um den Zug der Unterwelt wieder zum Fahren zu bringen. Hier ist der Bericht zum Spiel!

Fakten

Entwickler/Herausgeber: Maxime Schutz/PixelHeart
Plattformen: Nintendo Gameboy
Veröffentlichung: 12. August 2024
Genre: Platformer
Spieleranzahl: 1


Lost Terminal aus dem Hause PixelHeart als Limited Edition Nr. 184 / 500


Entwicklung

Maxime Schutz ist ein französischer Solo-Programmierer und der Entwickler hinter Lost Terminal. Nachdem er sein Spiel fertiggestellt hatte, fand er mit JoshProd einen äußerst zuverlässigen Publisher, der das Spiel am 12. August 2024 als limitierte Auflage von 500 Stück über dessen bekannte Plattform PixelHeart herausbrachte. Ursprünglich war eine Veröffentlichung bereits im Jahr 2022 geplant, wurde jedoch aus verschiedenen Gründen öfters verschoben. Die physische Ausgabe kommt mit einem Zertifikat und drei Stickern daher, neben einer traditionellen Spielanleitung und der Hülle samt Spielmodul. Die Qualität befindet sich auf früherem Nintendo-Niveau.
Maxime Schutz hat das gesamte Spiel fast selbstständig kreiert. So stammt nicht nur der 8-Bit Chiptune Soundtrack aus seiner Feder, sondern das Leveldesign und der Code sind ebenfalls von ihm. Auf dieselbe Weise portierte er auch das Spiel Tanuki Justice, das auch bei PixelHeart veröffentlicht wurde, auf den Gameboy Color. Die ursprüngliche Fassung von Tanuki Justice stammt allerdings von dem Programmierer Wonderboy Bobi. Die Grafik für Lost Terminal haben Gregory Stover und Raistling.com entworfen und umgesetzt, wie aus der Spielanleitung hervorgeht, und das Cover hat Jérôme Alquié gezeichnet. Die Projektleitung übernahm Philippe Nguyen. Spezielle Danksagungen gingen an Louis Niederlender und Tristan Filippi heraus und weitere Danksagungen richteten sich an Isabella Schutz, Rémi Audoin, Seyju, Jérémy Kalsron und Benjamin Bordas sowie an Chris Maltby, dem Macher des Visual Retro Game Maker-Programms GB Studio.
Lost Terminal ist kompatibel mit dem originalen Gameboy, dem Gameboy Color, dem Gameboy Advance, dem ModRetro Chromatic und dem Super Gameboy-Adapter für den Super Nintendo.

Geschichte & Spielmechanik

Der Teufel ist in Sorge! Der Unterweltzug fährt plötzlich nicht mehr und bringt somit auch keine neuen Seelen zum Bahnhof. Sein Sohn eilt zur Hilfe herbei, kommt jedoch zu spät. Kurzentschlossen macht sich der Sohn des Teufels auf den Weg, um die Ursache für das Problem zu finden und den Zug wieder fahren zu lassen!


Der Sohn des Teufels verspricht seinem Vater, den Unterweltzug wieder ins Rollen zu bringen!


Was haben diese schrägen Typen mit dem
Helden vor?


Alle möglichen Hindernisse erwarten
unseren gehörnten Hauptcharakter!



Eine stachelige Angelegenheit: Dieses Hinder-
nis lässt sich nur kriechend überwinden

Lost Terminal ist ein Platformer im Runner-Stil, in dem man den Sohn des Teufels, oder auch Prinz der Unterwelt, spielt. Wichtig ist dabei allerdings ein wichtiger Aspekt: Er bewegt sich in jedem Level in eigener Geschwindigkeit nach rechts und rennt somit durch den Level, ohne das man als Spieler einen Einfluss auf die Geschwindigkeit hat, noch kann man ihn irgendwie stoppen. Der Prinz der Unterwelt kann allerdings an manchen Stellen kurz hängen bleiben, wodurch seine Geschwindigkeit für einen Augenblick langsamer wird, bis er wieder losrennt. Meistens hat das jedoch nur Nachteile, denn oft gilt es, weite Gruben oder Spiksebenen zu überwinden und dafür braucht der Prinz der Unterwelt den bestmöglichen Anlauf, den er bekommen kann.
Der Sohn des Teufels rennt während seines Abenteuers durch verschiedene, themenbasierte Welten wie einer Höhle oder einem Dschungel oder schwimmt durch eine Unterwasserwelt. Diese Welten bieten viel grafische Abwechslung und ein Leveldesign, das wirklich gute Skills an manchen Stellen erfordert. Dabei begegnet der Held - oder vielleicht doch Anti-Held? - unterschiedlichen Charakteren, die das Spiel mit kleinen Rollenspiel-Elementen versüßen und die oftmals einen Einfluss auf die darauffolgenden Spielabschnitte nehmen. In manchen Welten finden sich auch Gegner, denen es auszuweichen gilt und die sich manchmal sogar mit gezielten Treffern aus dem Weg geräumt werden können.
Zur Steuerung gibt es bei diesem simplen Spielprinzip nicht viel zu sagen: Der Held bewegt sich automatisch und springt mit Taste B. Mit der Zeit bekommt der Prinz der Unterwelt dauerhaft eine neue Fähigkeit dazu: Das Schießen. So kann er mit Taste A und dem richtigen Timing auch Gegner aus dem Weg räumen. Manche Fähigkeiten bekommt der Held aber auch nur für gewisse Spielabschnitte verliehen; beispielsweise kann er durch den Himmel fliegen.
Lost Terminal bietet viele knifflige Stellen, an denen man durchaus auch eine Weile zu knabbern hat. Pro Level hat der Sohn des Teufels nur eine gewisse Anzahl an Leben zur Verfügung, und wenn diese verloren gehen, kann der entsprechende Level dank eines einfachen Passwortsystems von vorn begonnen werden. Wer sich wild durch die Level spielen will, der findet sämtliche Passwörter des Spiels in der Anleitung aufgelistet.
Auf dem Titelbildschirm kann man direkt ins Spiel starten oder mit einem Passwort ab einem bestimmten Wunschlevel beginnen. Außerdem lässt sich nach Belieben in den vielfältigen Soundtrack reinhören.
Grafisch erinnert das Spiel an die tollen Gameboy-Klassiker der 90er und Maxime Schutz hat viel aus dem GB Studio-Maker herausgeholt, gerade auch im Dschungel, in dem sich der Prinz der Unterwelt an Lianen durch die Gegend schwingen und dabei Gegnern ausweichen muss. Der Soundtrack würzt die Level mit ohrwurmverdächtigen Beats, die sich perfekt in die Action integrieren. Die Sprungphysik kann bei notwendigen Pixel Perfect-Sprüngen unzuverlässig sein, doch Bugs sind bei Lost Terminal nicht zu entdecken. Allerdings ist es auch möglich, ein Leben zu verlieren, wenn man einen Gegner kaum berührt. Deswegen ist es wichtig, genügend Abstand zu halten, was an manchen, sehr knapp bemessenen Stellen kaum möglich ist und für den einen oder anderen Aufreger sorgen kann.


Im Dschungel warten Lianen auf den
Helden, ohne die er nicht weiterkommt



Lost Terminal ist mit kleinen
Rollenspiel-Elementen garniert!


Dieser nervige Affe lässt uns nicht weiter-
ziehen, ohne ihm vorher genug Bananen zu fangen!



In diesem Abschnitt geht es nur
schwimmend voran

Gordman´s Meinung

Die Franzosen haben es einfach drauf. Die Liebe, die aus Frankreich in die Kult-Konsolen und Handhelds der 80er und 90er einfließt, ist einzigartig. Mir gefällt der kurze, knackige Plot um den Prinzen der Hölle, der im Auftrag seines Vaters losrennt, um die Ursache dafür herauszufinden, warum der Unterweltzug voller Seelen nicht mehr an seiner Zielstation ankommt. Die Idee klingt erst einmal simpel, doch ich finde sie schon sehr kreativ. Das Spiel selbst macht mir nicht allzu viel Spaß, weil der Spieler wenig Einfluss auf den Hauptcharakter nehmen kann und dieser von allein durch die Level rennt. Das ist allerdings nur mein persönlicher Geschmack und ich bitte jeden darum, sich ein eigenes Bild vom Spiel zu machen, um zu sehen, ob es gefällt. Den Soundtrack kann ich nicht hoch genug loben, allein das ruhige Stück in der Intro-Sequenz ist ein mega Ohrwurm! Vom Ende war ich etwas überrascht, wobei ich keinerlei Ahnung hatte, wie dieses aussehen würde. Ich ging vollkommen offen an das Spielende heran und es ist genauso gut geworden wie der Spielbeginn.
Die Auflistung der Passwörter in der Spielanleitung verstehe ich aus einer gewissen Sicht, allerdings nimmt es einem etwas die Motivation, das gesamte Spiel einmal durchzuzocken.
Insgesamt finde ich Lost Terminal gelungen, wenn mir das Runner-Spielprinzip auch nicht zusagt, doch die Grafik und besonders die Musik sind schon echt geil geworden und wer sich unsicher ist, das Spiel in seine Sammlung aufzunehmen, der findet im Internet sicher einen Trailer oder Gameplay-Videos. 

Erhältlichkeit

Lost Terminal gibt es gegenwärtig (Stand August 2026) nur noch mit ganz wenigen Exemplaren bei PixelHeart. Diese versenden ihre Spiele aus Frankreich.

Links

Lost Terminal bei PixelHeart



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