Pat Riley ist ein ehemaliger Basketballspieler und Trainer. Er spielte bei den L.A. Lakers und gewann als Trainer mit ihnen mehrfach den NBA Championship. Doch dies ist nur ein Teil der großen Karriere von Pat Riley, vor allem als Basketballtrainer. Aus diesem Grund wurde auch 1990 Pat Riley Basketball für Sega Mega Drive/Genesis veröffentlicht. Auf dem Master System kam es zu keinem Release. Hätte das Spiel auch auf der 8 Bit-Konsole erfolgreich den Ball im Korb versenken können?

Fakten

Entwickler/Herausgeber: Unbekannt
Plattform: Sega Master System
Release: Prototyp
Genre: Sport
Spieleranzahl: 1-2

Entwicklung


Den Stand des vor einigen Jahren bereits entdeckten Prototyps von Pat Riley Basketball könnte man als fast fertig bezeichnen. Dinge wie einen Season/Tournament Mode gibt es in dieser Version nicht, wobei man davon ausgehen kann, dass ein entsprechender Mode in der fertigen Version verfügbar gewesen wäre. In der Mega Drive-Version ist dies der Fall. Den klassischen 1-on-1 Exhibition Mode gibt es jedenfalls, wobei es die Möglichkeiten Spieler 1 vs. Computer oder Spieler 1 vs. Spieler 2 gibt. Eine Demo ist ebenfalls anwählbar, in welcher zwei vom Computer gesteuerte Teams gegeneinander spielen. Verlassen kann man diese Demo nicht, was dazu führt, dass man umständlicherweise die Konsole resetten muss.
Leider kann man im gesamten Spiel keinen offiziellen Publisher ausmachen. Nur auf dem Basketballplatz an der Bande sieht man das Sega Logo, was darauf schließen lässt, dass dieses Spiel direkt von Sega in den Vertrieb gebracht werden sollte. Das wäre nicht unüblich gewesen, zumal Sega selbst auf seinem Master System auch Spiele wie Joe Montana Football, Walter Payton Football und Reggie Jackson Baseball herausgebracht hat.

Gameplay

Nachdem man sich für eine der beiden Spielvarianten entschieden hat, gelangt man zur Teamauswahl. Merkwürdigerweise kann man nur zwischen 8 Teams wählen, welche nur den Namen ihrer Stadt tragen. Eine NBA-Lizenz hat man also nicht gehabt. In Anbetracht des 2011 von Bock (SMS Power!) entdeckten NBA Jam-Prototyps kein Wunder, obwohl Pat Riley etwas besseres verdient hat. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass in der veröffentlichten Version auf dem Mega Drive auch nur besagte 8 Teams anwählbar sind, diese tragen jedoch inoffizielle Namen wie beispielsweise Dallas Wings. Nach der Teamwahl kann man den Schwierigkeitsgrad (Easy, Medium, Hard) und die Länge eines Quarters wählen. Das Spiel selbst hat wie im realen Basketball auch, 4 Quarters. Danach wird man auf den Mannschaftsbildschirm weitergeleitet, wo man die Spieler vor dem Spiel wechseln kann. Das ist in dieser frühen Version nicht wichtig, da die besten Spieler bereits auf dem Feld stehen.

Hat man diese Bildschirme hinter sich, geht es ins Spiel. Das Spielfeld sieht sehr gut aus. Detaillierter Parkettfußboden in braun, der Rest größtenteils in blau. Die Sprites (Spieler, Publikum, Basketballkorb) sind sehr gelungen und nicht zu klein. Die Grafik ist also ein sehr gutes Gesamtpaket. Im Spiel hat man die Chance, von allen möglichen Punkten zu werfen, was selbstverständlich dazu gehört und genauso dargestellt wird wie in Spielen wie Great Basketball oder Basketball Nightmare. Doch wenn man auf den Korb zudribbelt und zum Korb springt, kommt eine grafisch sehr ansprechende Sequenz, in welcher man den Spieler zum Korb springen sieht. Auf diesem Bildschirm ist unten ein Balken, auf dem ein kleiner Cursor von links nach rechts schnellt. Drückt man im richtigen Moment die Taste während der Cursor im roten Bereich ist, wird der Dunk ein Erfolg. Drückt man zu früh/zu spät, dann wirds ein klassischer fail. Bei einem Wurf von der 3-Punkte-Linie kommt ebenfalls wieder eine grafisch schöne Sequenz, wo man den Spieler werfen sieht und das Bild direkt über den Korb wechselt, was es sehr spannend macht ob der Ball rein geht oder nicht. Zur Steuerung gibt es nicht viel zu sagen: Ein Button für einen Wurf und ein Button für einen Steal. Wobei auch Regeln wie Traveling gelten. Ein Steal ist nicht sehr einfach, bei Berührung eines gegnerischen Spielers kommt ein Jingle, den man aus Wimbledon kennt, und erst dann kann man versuchen einen Steal zu machen. Versucht man einen Steal aus der falschen Position, ertönt eine Melodie mit extrem ohrenbetäubenden Tönen. Das bedeutet Foul und es gibt Freiwürfe für den Gegner. Auch hier kommt wieder die Sequenz mit Balken und Cursor. Der Cursor bewegt sich diesmal hin und her und man trifft wieder nur, wenn man im roten Bereich drückt. Umso höher der Schwierigkeitsgrad, umso schneller der Cursor. Manchmal kommt es dabei zu einem Bug, wenn ein Spieler mit dunkler Hautfarbe wirft obwohl ein weißer Spieler gefoult wurde. Ein anderer Bug passiert manchmal, wenn alle Spieler auf einem Punkt um den Ball kämpfen. Es scheint als ob sie zusammenkleben, und man kann seine Spieler nicht mehr steuern bis das nächste Quarter beginnt. Die Gegner-KI ist auch nicht ganz ausgereift: Wenn der Spieler mit dem Ball stehen bleibt, greift der Computer an, jedoch nicht, wenn man ständig in Bewegung ist. Nachdem der Spieler den Ball im Korb versenkt hat, bekommt der Gegner den Ball und steht hinter der Linie, um seinem Mitspieler den Ball zu geben. Wenn man sich direkt vor den Spieler stellt, welcher den Ball in diesem Augenblick zugespielt bekommt, kann man den Ball (teilweise mehrmals hintereinander) abfangen und somit Punkt um Punkt holen. Außerdem kommt der Steal-Jingle auch beim Punkten. Schonmal erlebt das ein Ballwurf auf einen Basketballkorb genauso klingt wie das Öffnen einer Kasse? Positiv ist aber das Flimmern der Figuren. Es ist nicht so stark wie z.B. in Basketball Nightmare. Ebenfalls erwähnenswert ist das präzise Passspiel in Pat Riley Basketball. Dieses geht schnell und genau zu dem Spieler, in dessen Richtung man bei dem Pass drückt. Auffällige Dinge sind, dass alle Spieler ohne Trikotnummer auf dem Platz stehen und die Trikots IMMER grün gegen rot sind, egal welche Teams man wählt. Das wäre jedoch auch behoben worden.

Die Standardmusik ist sehr schön und bleibt dem einen oder anderen in den Ohren. Doch leider hängt sie manchmal einfach, ohne Grund. Auch die Sounds sind angenehm, bis auf die bereits erwähnte Musik nach einem Foul. In punkto Schwierigkeitsgrad merkt man schon Unterschiede im Spiel. Doch wenn man den Dreh mit dem Stealing einmal raus hat, ist das ganze Spiel leider sehr einfach.

Gordman´s Meinung

Pat Riley Basketball hätte auf dem Master System als bestes Basketballspiel gelten können. Wären die vielen kleinen Bugs für den vollwertigen Release beseitigt worden, und wäre der Tournament Mode hinzugefügt worden (was passiert wäre, siehe Mega Drive Version), dann hätte dieses Game trotz fehlender NBA-Lizenz ein Game werden können, dass vor allem vielen Freunden viele Stunden Spielspaß bereitet hätte. Gerade die 8 Bit-Musik klingt richtig schön nostalgisch. Grafik und Animationen liegen ebenfalls auf einem hohen Niveau, höher als bei manch anderen Spielen dieser Art.

Erhältlichkeit

Pat Riley Basketball wurde als ROM entdeckt und ist ebenfalls auf diese Art im Internet erhältlich. Einige Leute haben das Spiel bereits auf Modul gepackt. Manchmal findet man ein Exemplar in Online-Auktionshäusern, doch besser ist es, entsprechende Kontakte zu haben oder selbst in der Lage zu sein, das Game auf Modul zu packen wenn man es auf dem heimischen TV zocken möchte.

Links

Pat Riley Basketball Eintrag: SMS Power!


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